Eine bisher unbekannte Widmung des Nobelpreisträgers und Genies Albert Einstein aus dem Jahr 1952 haben Mitarbeiter der Dortmunder Universitätsbibliothek entdeckt. Der Amerikanist Walter Grünzweig hatte der Bibliothek kürzlich mehr als 4000 Bände nordamerikanischer Literatur überlassen, wie die Hochschule mitteilte.
Die Transzendenz der Realität
Der Nobelpreisträger Max Planck war einer der Pioniere der Quantenphysik und deshalb nicht verdächtig einem esoterischen Weltbild anzuhängen. Er vermutete hinter der Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und die Materie zusammenhält, einen bewussten intelligenten Geist. Diesen hielt er für den „Urgrund aller Materie“.
Völlig unerklärlich ist beispielsweise, dass Atome, Elektronen oder Protonen bei bestimmten Untersuchungen überhaupt nichts Materielles mehr an sich haben. Sie scheinen Welleneigenschaft zu besitzen. Einen Hinweis auf den bewussten Geist finden wir in der wissenschaftlichen Interpretation der physikalischen Experimente mit Quanten. Lässt sich Plancks Ansicht aufgrund der in diesem Buch dargelegten neueren Erkenntnisse bestätigen?
Unter Vermeidung fast aller Formeln ist ein allgemeinverständliches abgerundetes Sachbuch entstanden, das seinen Finger auf die offenen Wunden der Wissenschaft legt und überraschende Lösungen auch für die „letzten Dinge“ bereithält.
Große Überraschung und kleine Sensation: Auf einem Vorsatzblatt des Bandes „Socialism and American Life“ (Sozialismus und amerikanisches Leben) fanden sich handgeschriebene Worte des weltberühmten Physikers und Urhebers der Relativitätstheorie (1879-1955).
Einsteins Zeilen waren an seinen Freund und späteren Nachlassverwalter Otto Nathan gerichtet. Nach Angaben der Universität lautet die Widmung: „Dem lieben Otto Nathan / Dem Freund und Heiligen / Dies Buch über die Irrfahrten seiner Kollegen. A. Einstein 1952.“ Das zweibändige Werk war zuerst 1952 bei der Princeton University Press erschienen.
Nathan, ein deutsch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler (1893–1987), sei nach 1933 in die USA emigriert und habe bis 1935 in Princeton im US-Bundesstaat New Jersey gelehrt, wo er Einstein kennenlernte. Auch Einstein hatte Deutschland nach der Nazi-Machtergreifung verlassen und forschte in den USA.
Ist die Widmung wirklich echt?
Grünzweig habe anhand seiner Tagebücher rekonstruiert, dass er das Buch im Juli 1993 in einer bekannten Antiquariatsbuchhandlung in New York erstanden hatte – für 35 Dollar, wie das noch immer auf der Buchinnenseite klebende Preisschild zeige.
Bei der Menge an gebrauchten Büchern, die Wissenschaftler Grünzweig damals gekauft hatte, war ihm die handschriftliche Notiz des weltberühmten Physikers demnach nicht aufgefallen. Und offensichtlich auch nicht den Angestellten der Buchhandlung, die für ein solches Buch natürlich weit mehr verlangt hätten, ist die Unibibliothek sicher.
„Wir haben ‚unsere‘ Widmung mit verschiedenen digital zur Verfügung stehenden Widmungen, Eintragungen und Autografen Einsteins verglichen und können sie anhand dessen klar als Original bewerten“, betonte die Leiterin des Universitätsarchivs, Stephanie Marra. Es soll sich um das einzige bislang bekannte Buch handeln, „das Otto Nathan von Albert Einstein mit einer Widmung erhalten hat“, hieß es weiter.
















































































































































